Australische Dickschwanzgeckos Informationen
Nephrurus mili (Australischer Dickschwanzgecko)
Allgemeines
Nephrurus mili sind nachtaktive Reptilien aus Australien. Den Tag verbringen sie überwiegend in Felsspalten, unter Steinen oder in selbst angelegten Bodenspalten, während sie nachts aktiv werden und auf Futtersuche gehen. Sie sind bodenbewohnend und grabfreudig, klettern jedoch kaum.
Typisch für diese Art ist der kräftige, keulenförmige Schwanz, der als Fettspeicher dient.
Bei artgerechter Haltung erreichen Nephrurus mili ein Alter von etwa 10–15 Jahren.
Nephrurus mili bewohnen trockene bis halbtrockene, überwiegend steinige und felsige Regionen Australiens mit spärlicher Vegetation und deutlichen Temperaturunterschieden zwischen Tag und Nacht.
Über die Art selbst
Nephrurus mili gehört zu den eher ruhigen, aber sehr interessanten Geckoarten Australiens. Die Tiere besitzen einen kräftigen Körperbau, einen breiten Kopf und den typischen dicken Schwanz. Dieser dient als Fettspeicher und zeigt oft auch den allgemeinen Ernährungszustand des Tieres an.
Tagsüber verstecken sich die Tiere meist vollständig. In der Dämmerung und nachts werden sie aktiv, erkunden das Terrarium, graben im Bodengrund oder lauern auf Futtertiere. Bei Gefahr können sie sich aufrichten, den Schwanz bewegen oder kurze Abwehrlaute von sich geben.
Da Nephrurus mili überwiegend am Boden leben, sind stabile Verstecke, Steinaufbauten und ein grabfähiger Untergrund besonders wichtig. Bei guter Haltung zeigen die Tiere ein sehr natürliches Verhalten und gelten als spannende, eher selten gepflegte Wüstengeckos.
Haltung und Pflege
Nephrurus mili sind Insektenfresser und benötigen eine abwechslungsreiche Ernährung mit regelmäßiger Kalzium- und Vitaminversorgung.
Terrariengröße für ein adultes Tier
Mindestmaß: 60 × 40 × 40 cm
Empfohlen: 80 × 50 × 50 cm oder größer
Das Terrarium sollte folgende Ausstattung enthalten:
• mehrere Verstecke, z. B. unter Steinen oder in Höhlen
• grabfähiger Bodengrund
• flache Wasserschale
• separate Calciumschale
• strukturierende Elemente wie Steine oder Felsaufbauten
Als Bodengrund eignet sich ein sand-lehmhaltiges, eher festes Substrat, zum Beispiel Desert Bedding oder ein Lehm-Sand-Gemisch. Wichtig ist, dass der Bodengrund grabfähig ist und dem natürlichen Lebensraum nahekommt.
Beleuchtung & UV
Nephrurus mili profitieren von UVB-Strahlung, da diese die natürliche Vitamin-D3-Synthese unterstützt und für die Kalziumaufnahme sowie einen gesunden Knochenstoffwechsel wichtig ist.
Zusätzlich ist eine UVA- bzw. Vollspektrum-Beleuchtung sinnvoll, da sie das natürliche Verhalten, die Orientierung und das Wohlbefinden der Tiere unterstützt.
Für die Tagesbeleuchtung genügt eine LED-Lampe mit ausreichender Helligkeit. Wärmelampen werden gezielt eingesetzt, um einen lokalen Wärmeplatz zu schaffen.
Temperatur und Luftfeuchtigkeit
Tagestemperatur: ca. 25–28 °C
Lokaler Wärmeplatz: bis ca. 30 °C
Nachttemperatur: ca. 18–22 °C
Luftfeuchtigkeit: etwa 30–40 %
Eine deutliche Nachtabsenkung ist wichtig und entspricht den natürlichen Bedingungen dieser Art.
Vorbereitung auf die Ruhephase
Vor Beginn der Ruhephase empfiehlt sich eine Kotuntersuchung, um Parasiten auszuschließen.
Nur gesunde adulte Tiere mit gutem Ernährungszustand sollten überwintert werden. Als Orientierung gilt ein Körpergewicht von mindestens etwa 40 g. Jungtiere im ersten Lebensjahr sowie geschwächte Tiere sollten keine Ruhephase machen.
Im Oktober oder November werden die Tiere gewogen und das Gewicht dokumentiert. Anschließend wird die Haltung schrittweise angepasst:
• Reduzierung der Beleuchtungsdauer
• Einstellung der Fütterung
• Abschalten der Wärmelampen
Zuletzt bleibt lediglich eine schwache LED-Beleuchtung für wenige Stunden täglich aktiv.
Ruhephase (Überwinterung)
Nach der Vorbereitung beginnt die eigentliche Ruhephase. Diese erfolgt bei einer Temperatur von etwa 16–17 °C und dauert in der Regel von November bis Februar.
Während dieser Zeit werden die Tiere nicht gefüttert, da die Verdauung bei niedrigen Temperaturen stark verlangsamt ist. Frisches Wasser sollte jedoch weiterhin jederzeit zur Verfügung stehen. Die Tiere sind in dieser Phase deutlich weniger aktiv und verbringen die meiste Zeit zurückgezogen in ihren Verstecken.
Das Gewicht sollte während der Ruhephase regelmäßig kontrolliert werden. Ein leichter Gewichtsverlust ist normal, ein starker oder schneller Gewichtsverlust hingegen nicht. In diesem Fall sollte die Ruhephase abgebrochen und das Tier langsam wieder auf normale Haltungstemperaturen gebracht werden.
Nach der Ruhephase werden Beleuchtungsdauer und Temperaturen schrittweise wieder erhöht. Erst wenn die Tiere wieder aktiv sind und normale Temperaturen erreicht werden, wird langsam wieder mit der Fütterung begonnen. Dabei startet man am besten mit kleinen, gut verdaulichen Futtertieren.
Die Ruhephase unterstützt den natürlichen Jahresrhythmus der Tiere und kann sich positiv auf Aktivität, Gesundheit und Fortpflanzungsverhalten auswirken. Jungtiere oder geschwächte Tiere sollten nicht überwintert werden.
Für weitere fragen stehe ich zur Verfügung unter 0796198563